Kontakte mitnehmen

Um ein Soziales Netzwerk (SN) anständig nutzen zu können, benötigt man Kontakte. Viele haben in den kommerziellen Netzwerken, wie Twitter, Facebook etc. schon viele solchen Kontakte gesammelt und fühlen sich in der neuen Umgebung, dem Fediverse (fSN), alleingelassen.

Eine Lösung (neben dem finden neuer Kontakte) ist es, sein vorhandenen Kontakte „mitzunehmen“.

Das klingt allerdings einfacher, als es in der Praxis ist. Viele sehen gar nicht die Notwendigkeit, etliche haben sich so sehr an ihren Walled Garden gewöhnt, dass es ihnen wegen der „Bequemlichkeit“ egal ist, dass es sich dabei um Datensammler handelt, die ihr Geld mit den Daten der Nutzer verdienen, die es nicht wahrnehmen, dass die Freiheit in diesen Netzwerken immer mehr auf deren persönliche Agenda beschränkt wird, dass gelöscht oder unterdrückt wird.

Um möglichst viele Freunde, Bekannte, Familienmitglieder etc. „mitzunehmen“, muss man sich Strategien zurechtlegen.

Zunächst, auch wenn es einem vielleicht nicht gefallen mag, sollte man vorerst zusätzlich bei Facebook, Twitter etc. bleiben. Denn DORT hat man seine Kontakte und, bevor sie nicht gefolgt sind, kann man sie auch nur dort erreichen.

Ist man im Fediverse angekommen, dann sollte man seine vorhandenen Kontakte bei den kommerziellen SN „einladen“, mitzukommen. Sollte das Argument kommen, der Eingeladene wolle seine Daten nicht noch weiter „verteilen“, kann man ganz leicht entgegenhalten, dass im Fediverse keine Daten gesammelt werden. Er werden keine Profile der Nutzer angelegt, gespeichert, geteilt, mit anderen Profilen verknüpft, abgeglichen etc. Es landen keine Daten bei der Werbewirtschaft, der Schufa oder Cambridge Analytica. Es gibt keinen Shadowban und man ist nicht einem einzelnen Unternehmen mit eigenen geschäftlichen Interessen ausgeliefert, das einem Beträge löscht oder den Account sperrt. Es kostet nichts. Es gibt wirklich keinen Grund sich neben seinen persönlichen SN-Gefängnissen auch noch ein Plätzchen in der föderierten Freiheit zu reservieren.

Eine weitere Möglichkeit ist das Werben für den neuen Platz, den man im Netz gefunden hat. Hubzilla z.B. bietet sogar eine App, mit der man ein Banner „Like us on Hubzilla“ erzeugen lassen kann. Diese Werbung muss auch nicht auf die SN beschränkt bleiben, die kann man überall loswerden.

Als weitere Strategie, die allerdings ein wenig mehr Mühe macht (ich aber lohnen kann, weil man so vielleicht sein Umfeld bald auch im Fediverse findet) ist es, Postings, die man eigentlich bei Facebook, Twitter und co. absetzen würde, einfach im Fediverse zu posten und im „alten“ SN dann lediglich einen Link auf diesen Beitrag im fSN zu teilen.

Beiträge, die man unbedingt auch vollständig im Walled Garden veröffentlichen möchte, sollte man ganz einfach zusätzlich im Fediverse posten. Wenn man bei Facebook, Twitter etc. über Beiträge stolpert, die man „weitersagen“ möchte, dann sollte man das zusätzlich auch im Fediverse tun.

Alle, die meinen, man müsse auf seinem Smartphone eine extra App für sein Soziales Netzwerk haben, sollten auch bezüglich der föderierten Netzwerke einmal im Appstore nachschauen. Für Android findet man z.B. als Mastodon-App „Tusky“, für Diaspora* „dandelion*“ und für Hubzilla „Nomad“, man muss also auf nichts verzichten. Auch das kann ein gutes Argument für Unentschlossene sein. Ansonsten funktionieren die fSN aber auch sehr gut im Browser.

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